Tiergestützte Therapie

Tiergestützte Arbeit mit APO
Ansprechpartnerin: Beate Vieweg
Sachsenfelder Str. 89 • 08340 Schwarzenberg
Tel.: 03774 509725
Handy: 0152 26 48 01 36
Fax: 03774 509728
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Seit März 2011 können wir Einrichtungen im Erzgebirgskreis mit unserem Therapiebegleithundeteam eine besondere Form der mobilen Arbeit anbieten.
Unser Angebot ist für Kinder ab ca. 3 Jahren in der Kindertagesstätte ebenso geeignet, wie für Kinder in Grund- und Förderschulen. Auch im Bereich der Altenpflege sowie in Rehabilitationseinrichtungen bereichert der Einsatz des Therapiebegleithundeteams den Alltag der Bewohner.
Die Zielsetzung der tiergestützten Arbeit gestaltet sich dabei sehr individuell und richtet sich nach den Wünschen und Möglichkeiten der Einrichtungen. Ob Gruppenangebot oder Einzelintervention, wir passen unser Angebot Ihren Gegebenheiten und vor allem den Bedürfnissen der Teilnehmer an. Um individuelle Methoden der tiergestützten Therapie und Pädagogik einzubringen, ist es notwendig gemeinsam die Zielstellungen sowie die gewünschten Beobachtungsdimensionen festzulegen.
Die bisher veranstalteten Begegnungen zeigen, dass ein langfristiges Projekt, mit regelmäßigen Kontakten, den Aufbau einer Bindung zwischen den Teilnehmern und dem Therapiebegleithund begünstigt. So entstehen tiefgehende Beziehungen, die sehr positive Auswirkungen auf die emotionalen, kognitiven, physischen und psychischen Bedürfnisse der betreuten Teilnehmer haben.
In der ganzheitlichen Betrachtung des Menschen in der Tiergestützten Arbeit spricht man auch vom „heilenden Prozess“. Gemeint ist, nicht die Heilung einer Krankheit, sondern durch die Begegnung zwischen Mensch und Hund werden Impulse ausgelöst, die körperlich, seelisch, geistig und sozial im Gegenüber einen „heilenden Prozess“ auslösen.
Beate Vieweg
Diplom-Sozialpädagogin mit Zusatzqualifikation in
Tiergestützter Therapie
Tiergestützter Pädagogik und
Tiergestützten Fördermaßnahmen
APO
Therapiebegleithund
Unsere Mitarbeiterin, Frau Beate Vieweg absolvierte neben ihrer Tätigkeit als Diplom- Sozialpädagogin der Kompetenzagentur Erzgebirge eine berufsbegleitende Weiterbildung in tiergestützter Therapie und tiergestützter Pädagogik. Am Institut für soziales Lernen mit Tieren hat sie sich spezielle Kenntnisse und Fertigkeiten zu tiergestützten pädagogischen Fördermaßnahmen angeeignet. So verfügt sie über umfangreiche Fachkenntnisse in der Mensch-Tier-Kommunikation, zu Methoden und Praxis der Ausbildung von Tieren und in der Erklärung von somatischen, sozialen und psychologischen Effekten im Rahmen der tiergestützten Arbeit. Seit Anfang 2011 entwickelt und gestaltet sie mit ihrem Therapiebegleithund „APO“, den sie von Anfang an auf seine jetzige Arbeit hin ausbildete, Förderangebote für alle Altersgruppen.
APO, der Collie-Mischlings-Rüde hat eine warme dreifarbige Fellzeichnung in braun, weiß und schwarz. Mit seinen 27 Kilogramm Gewicht und 62 cm Schulterhöhe gehört er zu den größeren Hunden seiner Art. Er liebt lange Spaziergänge durch die heimischen Wälder, schwimmen, spielen und natürlich auch Faulenzen und Kuscheln mit seinem Frauchen. Durch seinen wesensfesten Charakter und sein authentisches Wesen meistert er tierische Interventionseinsätze für alle Altersgruppen mit Bravour.
Die Säulen der Tiergestützten Sozialarbeit
Tiergestützte Therapie
Die Bezeichnung Tiergestützte Therapie wird dann verwendet, wenn der Einsatz des Hundes einer begründeten Zielsetzung folgt und damit in einen therapeutischen Prozess eingebunden wird. Im Vorfeld des Einsatzes werden die speziellen Bedürfnisse der Teilnehmer in den Wirkungsfeldern des physischen, sozialen und psychischen Befindens erfasst. Im Verlauf der Betreuung werden die Chancen und Entwicklungen der Interaktionen dokumentiert und ausgewertet.
Tiergestützte Pädagogik
Unter Pädagogik versteht man den Einsatz des Hundes in speziellen Gruppen. Interessante Informationen über die Lebensweise und die Haltung von Hunden, Verhaltensregeln im Umgang mit fremden Hunden oder Geschicklichkeitsparcours wirken sich sehr schnell positiv auf die Teilnehmer der Projekte aus.
Tiergestützte Fördermaßnahmen
In diesem Arbeitsfeld werden vor allem Aktivitäten zwischen Hund und Mensch durchgeführt, die auf eine unmittelbare Verbesserung der Lebensqualität abzielen und unvergessliche Erlebnisse verschaffen. Unabhängig davon, ob eine aktive Beteiligung des Teilnehmers beim Spielen, Streicheln, Pflegen und Füttern oder eine passive Beteiligung beim Beobachten, Erinnern und Besprechen des Erlebten stattfindet, wird der Einsatz aller Sinne gefördert.
So ist der Therapiebegleithund bei den unterschiedlichsten Menschen jedes Alters im Einsatz und erreicht durch seine liebevolle Art auch jene,
- die sich sonst kaum öffnen oder zugänglich für Hilfe sind,
- sich meist nur passiv beteiligen und Motivationshilfe benötigen,
- mangelndes Selbstvertrauen besitzen oder
- ein negatives Selbstbild entwickelt haben,
- bei denen eine angespannte Atmosphäre vorherrscht,
- Einschränkungen in der Grob- und Feinmotorik zu verzeichnen sind,
- die geistiger und sprachlicher Förderung bedürfen,
- deren soziale Interaktionen und Kommunikation eingeschränkt sind,
- die Körperkontakt benötigen,
- die Empathie und Akzeptanz erlernen müssen,
- Einschränkungen in der Wahrnehmungsfähigkeit besitzen,
- über wenig soziale Kompetenzen verfügen,
- deren Leben durch Persönlichkeitsstörungen und Ängste geprägt ist und
- Konzentrationsschwierigkeiten oder Aufmerksamkeitsdefizite aufweisen.
Wiederkehrende Aktionen und Projekte über einen längeren Zeitraum wecken Interesse und regen auf lebendige Weise zu Veränderung an.
Im Zeitraum vom 01.07.2011 bis zum 31.12.2011 wurde das Projekt Treffpunkt APO Förderung der Alltagskompetenz von chronisch psychisch Kranken mit Hilfe des Therapiehundes durchgeführt.
Das Mikroprojekt wurde durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und den Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union im Rahmen des Programms „Stärken vor Ort“ finanziert.
Der Europäische Sozialfonds ist das zentrale arbeitsmarktpolitische Förderinstrument der Europäischen Union. Er leistet einen Beitrag zur Entwicklung der Beschäftigung durch Förderung der Beschäftigungsfähigkeit, des Unternehmergeistes, der Anpassungsfähigkeit sowie der Chancengleichheit und der Investition in die Humanressourcen.
Unser Projekt folgte durch seine Inhalte diesen Zielen und richtete sich an chronisch psychisch kranke Menschen im Alter von 18 bis 27 Jahren, mit dem Ziel ihre Alltags- und Sozialkompetenz zu stärken.
Mit Hilfe des Therapiebegleithundeteams hatten die Teilnehmer einmal pro Woche Kontakt zu APO, der durch sein authentisches Wesen und seine vorurteilsfreie Art Fähigkeiten und Ressourcen der Teilnehmer weckte. Der Hund fungierte dabei als „Medium“, denn APO wendet sich jedem ohne Maßstäbe der Attraktivität oder des Können zu. Er nimmt jeden so an wie er ist. Dies ist für die Teilnehmer in der heutigen Gesellschaft sehr bedeutsam. Er bietet die Möglichkeit eine Bindung einzugehen und Körperkontakt zuzulassen. Gefühle wie Angst oder Stress, Einsamkeit oder Isolation und auch Depressionen zu lindern. APO baut eine Brücke zu den Teilnehmern auf.
Er unterstützte das Projekt im Ganzen, da er einen besonderen Zugang herstellte, der es Beate Vieweg, als sozialpädagogischer Fachkraft erleichterte, das Gespräch mit den Teilnehmern aufzunehmen. Der Kontakt mit APO fördert Rücksichtnahme, Einfühlungsvermögen und Verantwortungsgefühl, die sozialen und persönlichen Kompetenzen, die für eine berufliche Integration als Grundbedingung gelten. Die Teilnehmer sollten Arbeit und Freizeit trotz Einschränkung koordinieren können. Sie sollten ihre Stärken neu erkennen und feststellen, wie viel Selbstbewusstsein und Mut in ihnen schlummert.
Ein weiteres Ziel des Projektes war es, wieder zu Erlernen, sich selbst einzuordnen und Achtung vor dem anderen zu haben. Wert wurde außerdem auf die Entwicklung und Festigung einer Tagesstruktur der Teilnehmer gelegt.
Die Arbeit mit der Gruppe war dazu in aufeinander folgende Module unterteilt, durch die unter anderem:
- Grob- und feinmotorischen Fähigkeiten und Koordination,
- Körper- und Sinneswahrnehmung sowie Aufmerksamkeit,
- Kontaktbereitschaft, Kooperationsfähigkeit und Regelakzeptanz,
- Motivation, Selbständigkeit, Handlungskompetenz, Eigenverantwortung,
- Strukturierungsfähigkeit, vorausschauendes Denken und Sprache sowie
- Ausdauer, Konzentration, Frustrationstoleranz und Durchsetzungsvermögen
gefördert wurden.





